advertorial
stock.adobe.com
stock.adobe.com

Fairriester und das Garantiedilemma

Fairriester

Die COVID-19-Pandemie löste im Frühjahr 2020 historisch betrachtet den bisher schnellsten Crash an den weltweiten Börsen aus. Die Auswirkungen spüren aktuell auch Kunden des Berliner Start-ups Fairr, die ihr Geld in den aktienlastigen Fairriester-Fondssparplan investiert haben. Um die gesetzlich vorgeschriebene Riester-Garantie der Einzahlungen erfüllen zu können, musste die garantiegebende Sutor Bank am 12. März sämtliche Fondsbestände ihrer Riester-Kunden abstoßen. Mit welchen Folgen Fairriester-Sparer jetzt rechnen müssen und was Kunden bei den garantierten Rentenkonditionen des Fondssparplan-Anbieters beachten sollten, erklärt Matthias Kokot, Riester-Experte und Gründer des Onlineportals ETF-Versicherung-24.de.

Wie schwierig es inzwischen geworden ist, Garantien und Aktieninvestments unter einen Hut zu bringen, zeigt das aktuelle Beispiel des Riester-Fondssparplan-Anbieters Fairr. Als Reaktion auf die starken Schwankungen bei Aktien- und Anleihenmärkten in Folge der Corona-Pandemie hat die depotverwaltende Sutor Bank am 12. März 2020 sämtliche Fondsbestände ihrer Riester-Kunden veräußert und in liquide Mittel umgewandelt. Der Grund: Sicherstellung der vertraglich gewährten Garantien, die bei Riester-Produkten gesetzlich vorgeschrieben sind. Solche lassen sich bei hoher Aktenquote und stark turbulenten Märkten aber nicht finanzieren.

Folgen für Fairriester-Kunden

Der Ausstieg aus dem Aktienmarkt erfolgte ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als die Kurse bereits deutlich eingebrochen waren. Damit wurden die Riester-Sparer schlagartig um ihre bisher erzielten Anlageerfolge gebracht. Ironischerweise setzten nur wenige Tage danach die weltweiten Börsen zu einer starken Erholung an. Doch davon hatten die Fairr-Kunden nichts, da ihre Vertragswerte vollständig in Cash geparkt wurden.

Auch wenn das Fairriester-Anlagemodell inzwischen angepasst und ein vorsichtiger Wiedereinstieg in den Aktienmarkt gewagt wurde, dürfte der Riester-Fondssparplan-Anbieter es schwer haben, das Vertrauen seiner Kunden wiederherzustellen.

Garantierte Rentenkonditionen

Garantien könnten für Fairriester-Kunden auch in einem anderen Zusammenhang zum Problem werden - nämlich wenn es darum geht, die Höhe der garantierten Rentenkonditionen zu bestimmen. Die Rentenhöhe, die fondsbasierte Riester-Sparer lebenslang erhalten sollen, bestimmt sich nach dem sogenannten garantierten Rentenfaktor. Dieser bildet die Grundlage für die Berechnung der monatlichen Altersrente bei allen fondsbasierten Riester-Renten. Er gibt an, wie hoch die zu erwartende Rente pro 10.000 Euro des zum Rentenbeginn vorhandenen Kapitals sein wird. Bei einem garantierten Rentenfaktor von 30 und einem Kapital von beispielsweise 100.000 Euro beträgt die lebenslange monatliche garantierte Altersrente 300 Euro (100.000 : 10.000 x 30 = 300). Da die Höhe des zum Rentenbeginn ersparten Kapitals nicht bekannt ist, sollte der zum Vertragsabschluss garantierte Faktor möglichst hoch und unveränderbar zugesagt werden. Nur so wird sichergestellt, dass die Anlageerfolge der Ansparzeit nicht durch zu geringe Rentenauszahlungen wieder zunichte gemacht werden. Eine solche Garantie haben auch Kunden von Fairr zugesagt bekommen, allerdings ist diese an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Anpassung garantierter Rentenfaktoren bei Fairriester möglich

Kunden von Fairriester, die nach Vertragsabschluss den ursprünglichen Rentenbezugszeitpunkt verändern, sollten wissen, dass in diesem Fall der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses garantierte Rentenfaktor für sie nicht gilt. So heißt es in den Vertragsbedingungen: "Bei einer Verschiebung des bei Vertragsabschluss vereinbarten Auszahlungsbeginns oder einer Änderung der Art der Hinterbliebenenversorgung ist der bei Abschluss des Altersvorsorgevertrages garantierte Rentenfaktor nicht mehr maßgebend, sondern es wird (auf Basis der dann gültigen Rechnungsgrundlagen) ein neuer Rentenfaktor berechnet". Auch die Veränderung der Art der Hinterbliebenenversorgung führt zwangsläufig dazu, dass die für die Rentenverwaltung eingebundene myLife Lebensversicherung die garantierten Rentenfaktoren neu bestimmen darf. Fairriester-Kunden gehen damit ein Risiko ein: Bei Neubestimmung der Rentenfaktoren in der Zukunft werden, bedingt durch die seit Jahren steigende Lebenserwartung, sehr wahrscheinlich deutlich geringere Rentenfaktoren zum Einsatz kommen.

Wo finden Verbraucher Alternativen zu Fairriester?

Der Riester-Experte des Onlineportals ETF-Versicherung-24.de aus NRW empfiehlt, bestehende Riester-Fondssparpläne individuell prüfen zu lassen. Neben umfassenden Informationen und Tarifvergleichen zu fondsbasierten Riester-Renten mit ETFs bietet das Portal eine kostenfreie telefonische Tarif-Erstberatung an. Im Rahmen eines professionellen Produktauswahl-Prozesses werden die leistungsstärksten fondsbasierten Riester-Rentenversicherungen des deutschen Marktes frei von Provisionen angeboten.