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Neue Perspektiven in der Kraftwerksbranche: Die Balcke-Dürr GmbH mischt wieder mit

Energetische Sanierung

Atomausstieg in Deutschland, Abkehr von der Kohle-Energie: Die Disruption in der Energiewende zwingt Erzeuger, Zulieferer und Dienstleister, neue zukunftsfähige Geschäftsmodelle durchsetzen. Ein Kraftakt, bei dem so manch behäbigem Branchenunternehmen unterwegs die Luft auszugehen droht. Dem Apparatebauer Balcke-Dürr GmbH (Hauptsitz Düsseldorf) ist die Transformation innerhalb kurzer Zeit eindrucksvoll gelungen. Das Unternehmen mit
130-jähriger Tradition fertigt Kraftwerkskomponenten und Filtersysteme für Energieerzeuger und hat seinen Geschäftsfokus auf Müllverbrennungsanlagen und die chemische Industrie erweitert. Das Portfolio umfasst Lösungen und Leistungen vom Standardmodul bis zu kompletten thermischen Systemen für den Wasser-Dampf-Kreislauf und den Rauchgasweg. Motor des Erfolgs ist die Mutares AG aus München.

Die Beteiligungsunternehmer übernahmen den kriselnden Apparatebauer im Dezember 2016 vom amerikanischen Mutterkonzern SPX Corporation. "Es war kurz vor zwölf und wir wussten, dass es nur einen Versuch geben kann", sagt Mutares-Direktor Arne Amann, der bei Balcke-Dürr derzeit als Geschäftsführer agiert. Der konsequente Managementfokus auf Personal, Material, Sachkosten und die energetische Sanierung führte bereits Ende 2017 zu einem positiven Ergebnis; ursprünglich hatte man dies für 2018 angepeilt.

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Fokus: Energetische Sanierung, Sach- und Prozesskosten

Bei der Übernahme war schnell klar: Investitionen, etwa in Maschinen, waren aufgrund der knappen Kasse und der zeitkritischen Agenda keine Lösung, um Balcke-Dürr rasch wettbewerbsfähig zu machen. So galt es unter anderem, die Ausgaben für Öl, Gas, Strom und Instandhaltung für je zwei produzierende Werke und Servicelager, für Forschungs- und Entwicklungswerkstatt, Komponentenlager und Archiv maßgeblich zu beeinflussen. Im Werk Neu-Beckum rückte zunächst die veraltete Beleuchtung in Produktion und Verwaltungsgebäuden unter den Aspekten Verbrauch, Arbeitssicherheit und ISO-Konformität in den Fokus. Arne Amann und COO Johannes Laumann holten die VDMG trading GmbH (Düsseldorf) an Bord. Diese sollte sich zunächst als Lösungsanbieter in Sachen energetische Sanierung mit parallelem Projektmanagement bewähren. Ergebnis: Vom Erstgespräch bis zur technischen Abnahme von Beleuchtung und Heizung vergingen gerade mal drei Monate. VDMG erzielte 67 Prozent Einsparung bei den Energiekosten. Das ressourcen- und bilanzschonende Mietmodell sieht einen Return-on-Invest beim Projekt Licht bereits nach zweieinhalb Jahren vor. Während des fünf Jahre laufenden Mietvertrages übernimmt VDMG alle operativen Serviceleistungen. "Entscheidend waren die unmittelbare Umsetzung und die monatliche Nettoeinsparung, die sich ab dem ersten Tag ausgewirkt hat. Das externe Projektmanagement hat uns zeitraubende, komplexe Entscheidungswege erspart", betont Amann.

Arbeitssicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit, Umwelt: Grün rechnet sich

"Wenn man in eine Branche investiert, die so Schiffbruch erlitten hat wie der Kraftwerksbau, ist hohe Umsetzungsgeschwindigkeit entscheidend", sagt Arne Amann. Es galt, neue Marktchancen aufzuzeigen und die verbliebene Mannschaft an schnellere Entscheidungsfindung, flache Hierarchien, schlanke und digitale Prozesse zu gewöhnen. "Trotz harter Einschnitte waren selbst langjährig Beschäftigte sehr kooperationsbereit; vor allem die konstruktive Mitarbeit des Betriebsrats war entscheidend für den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen", so Amann.

Die Maßnahmenbündel für rasche Ergebniswirksamkeit auf Basis des VDMG-Mietmodells mit nutzwertigen Lösungen wurden gepaart mit Wohlfühl- und Imagefaktoren. "Die Mitarbeiter waren sehr schnell überzeugt. Der Ablauf wurde nicht gestört. Wir konnten zeigen, dass wir auch Komfort und Sicherheit ernst nehmen", sagt Johannes Laumann. Balcke-Dürr nutzt die wissenschaftliche Erkenntnis, dass sich energie- und emissionsarme Licht- und Heizungsanlagen positiv auf Krankheitsquoten, Wohlbefinden und Produktivität auswirken. Das Unternehmen dokumentiert soziale Verantwortung und kann effizienten Ressourceneinsatz, Senkung der CO2-Emissionen sowie Messung und Aufbereitung für das CSR-Reporting als Imagefaktoren nach außen tragen. Balcke-Dürr verbindet die Aspekte Wirtschaftlichkeit, Arbeitsbedingungen und soziale Verantwortung. Johannes Laumann: "Wir fertigen ,grüne' Komponenten für Kraftwerke und belegen, dass wir durch Emissionsreduzierung den jährlichen Gegenwert von über 175.000 Bäumen durch CO2-Einsparung via LED und neuem Heizsystem realisieren."

Wirtschaftliches Investitionsgüter-Cluster-Management

Beispiel Licht: Der Projektstart war mit "Light as a Service" überschrieben. Die VDMG-Aktivitäten umfassten Ist-Analyse, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Vertragsmanagement, Demontage beziehungsweise Montage durch VDMG-zertifizierte Industriepartner (u. a. InnoGreen GmbH). Zunächst wurden in neun Hallen, im Verwaltungs- und im Außenbereich 341 energiesparende LED-Beleuchtungskörper der Effizienzklasse A+ für extreme Anforderungen und Umgebungen installiert. Das Konzept sorgt seitdem für eine gleichmäßige, effiziente Ausleuchtung bei einem Abstrahlwinkel von 120 Grad. Weitere Vorteile: kein Flimmern und keine Einschaltverzögerung. Der RoI ist nach Aussage von Johannes Laumann bereits nach zweieinhalb Jahren geplant.

Beispiel Hallenheizung: Die bestehenden Warmlufterzeuger wurden bis Ende 2016 größtenteils nie gewartet. Verschmutzte Geräte und mangelnd isolierte Leitungen bedeuteten eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Mitarbeiter. Durch die Umrüstung (VDMG-zertifizierter Industriepartner: Schwank GmbH) auf neue Heizsysteme realisiert Balcke-Dürr eine Energiekostenreduzierung von 63 Prozent. Die Investition refinanziert sich in innerhalb von dreieinhalb Jahren. Die Produktlebensdauer beläuft sich auf 20 Jahre.

Erstes positives Ergebnis seit 2012

Mutares rechnet auch für 2018 mit einem positiven Ergebnis und vor allem mit einem Geschäftsjahr, das erstmals seit Fukushima nicht von Restrukturierungsaufwendungen belastet ist. Arne Amann sieht "organisch als auch durch weitere Zukäufe deutliche Wachstumspotenziale". Zwei Transaktionen wurden bereits getätigt. Im Januar 2018 einigte man sich auf die Übernahme des italienischen Wettbewerbers STF. Die strategische Akquisition erweitert Engineering-Know-how, geografischen Marktzugang und Produktpalette der Balcke-Dürr. Ziele: verbesserter Marktzugang im Mittelmeerraum und die Erhöhung des Marktanteils im nuklearen Bereich. Ein Weiterverkauf der markenstarken Balcke-Dürr steht derzeit nicht im Raum. Amann: "Wir haben Balcke-Dürr überraschend schnell in ruhiges Fahrwasser manövriert. Da Mutares kein Fonds ist und wir eigenes Geld investieren, werden wir weder beim Kauf noch beim Verkauf von Investoren getrieben. Im jetzigen Marktumfeld sehen wir eher weitere attraktive Gelegenheiten für Zukäufe als einen schnellen Exit." Gute Nachricht für 620 Balcke-Dürr-Mitarbeiter in Deutschland, Italien, Polen, China, Indien sowie Zulieferer beziehungsweise bewährte Dienstleistungspartner wie VDMG.