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Auswirkungen von Corona auf den Unternehmensverkauf und M&A-Transaktionen

Corona Unternehmensverkauf

Wie soll man in Corona-Zeiten das Umfeld für M&A-Transaktionen beurteilen? Corona definiert prima facie eine Unzeit für M&A-Transaktionen. Denn die Erfolgsprognose für Transaktionen fällt aufgrund der Tatsache, dass M&A selbst eine komplexe, strukturverändernde Sondersituation schafft, schon schwer genug. Eine Erfolgsprognose wird dann in aktuell unsicheren Corona-Zeiten spekulativ, solange eine Eindämmung oder eine Impflösung sowie die Folgen für die Wirtschaft, einzelne Branchen, individuelle Unternehmen nicht greifbar sind. Wer will oder sollte sich auf eine solche Erfolgslotterie einlassen?

Shutdown bietet Chancen

Was bedeutet das für die bis Anfang 2020 unter den Rahmen-
bedingungen einer stabilen Wirtschaftslage und günstigen Finanzierungsmöglichkeiten grassierende Fusionitis im deutschen Mittelstand? Bekommt diese – wie die Volkswirtschaft weltweit – einen Shutdown? Aber was gilt für die Zeit danach – in der Post-Corona-Zeit? Was bewirken die staatlichen Unterstützungs-
maßnahmen (nach oben offen), die viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor der Pleite bewahren sollen und hoffentlich auch bewahren werden? Und die Optimisten wittern die Chance, dass der betriebliche und behördliche Shutdown ein gesundes Unternehmen nicht destabilisieren, sondern neue Wettbewerbsverhältnisse schaffen wird. Einzelne Unternehmen werden branchenspezifisch sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen. Für krisenresistente Unternehmen gibt es möglicherweise die Chance, neue Mitarbeiter für das Unternehmen zu finden und hierdurch ihre Schlagkraft sowie Attraktivität zu steigern.

Transaktionsmotive bleiben Unternehmensnachfolge und Wachstumsdruck

Dass die Krisenparameter für Anbieter von IT-Lösungen, Homeoffice-Logistik und für einzelne Handelsunternehmen vorteilhafter sind als für Messebauer und Touristikunternehmen, liegt auf der Hand. Dies wird aber an den generellen Vorzeichen wahrscheinlich nur wenig ändern. Weiterhin wird sich der deutsche Mittelständler mit "seiner" Unternehmensnachfolge beschäftigen und Antworten auf die Frage suchen, wer das in erster oder zweiter Generation aufgebaute Familienunternehmen übernehmen und weiterführen soll. An den Transaktionsmotiven wird Corona wenig grundlegend ändern. Als bisherige Haupttreiber der zunehmenden Konsolidierung und der hohen M&A-Aktivitäten galten die vielerorts gesättigten oder schwierigen Märkte, die den Wachstumsdruck für Unternehmen erhöht haben. Außerdem waren gerade die Mittelständler bemüht, auf die rasch voranschreitenden Entwicklungen im Bereich der Industrie 4.0 mit Zukäufen (auch von Start-ups) oder Zusammenschlüssen zu reagieren, um sich fit für die Zukunft zu machen. Beide Motive gelten fort.

Corona: Unternehmensverkauf als Krisenmaßnahme

Während und nach Corona mag die Zeit für einen Unternehmensverkauf vielleicht sogar besser sein als zu anderen Zeiten: Denn das (branchenübergreifende) Angebot an guten Investitionsmöglichkeiten in mittelständische Unternehmen war zuletzt rückläufig. Durch Corona angeschlagene Unternehmen müssen überlegen, ob sie sich unter den staatlichen Schutzschirm stellen wollen oder sich mit einem Branchennachbar zusammenschließen können oder wollen.

Eine Transaktion bietet hier die Chance, eine neue Rolle in einem Markt einzunehmen. Dieser Markt wird künftig womöglich nicht ganz so global überlagert sein. Und schließlich gibt es ja auch den Mittelweg, durch erste Maßnahmen wie vorläufige Streckung der Insolvenzantragsfrist, erleichterte Kapitalbeschaffung und Überbrückung durch Kurzarbeit als angeschlagenes Unternehmen noch für einen strukturierten Transaktions-
prozess interessant zu sein. Eine Chance, die es im vorherigen rechtlichen Umfeld und ohne Corona womöglich schon gar nicht mehr gegeben hätte. All dies soll in schwierigen Zeiten nicht zynisch klingen, sondern Optimismus wecken, wo und weil Voraussetzungen günstig sind und weil das Glas halb voll sein soll.