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Tipp zur Anlagestrategie: In Sachwerte investieren

Anlagestrategie Sachwerte

Reiche im Bunker-Modus

Die Erde bebt. Für Kapitalanleger wird es unbequem. Die Zeiten, in denen Anleger in der Komfort-Zone die Dinge in Ruhe auf sich zukommen lassen und abgeklärt ihre Strategie überdenken konnten, sind Vergangenheit. Aktien und Anleihen - die wichtigsten Anlageklassen - sind starken Risiken und Kursfluktuationen ausgesetzt. Auch bei Sachwerten hat das große Zittern längst eingesetzt. Investoren sehen sich der "Financial Repression" auch durch negative Regierungseinflüsse ausgesetzt.

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Tipp zur Anlagestrategie: In Sachwerte investieren

Und so stellen sich private und institutionelle Anleger die Frage, wie das Großkapital in diesem nervösen Umfeld den Erhalt seines Kapitals steuert. Die Antwort ist schwierig; denn durch die weltweit zunehmenden Wirren und die daraus abgeleiteten Kriegsgefahren wird wohl keine Anlageklasse verschont bleiben. Selbst die als Krisen-Investments über Dekaden hinweg funktionierenden Edelmetalle wie Gold, Silber und die Metalle der Platingruppe haben diesen Mythos eingebüßt.

Bei einigen Anlageklassen liegen die Preise derzeit allerdings noch auf Rekordniveau. Dazu gehören zum Beispiel Kunst und (in einigen Regionen) auch Immobilien. Wenn die Superreichen in den vergangenen Dekaden in diesen und ähnlichen Sachwerten wie Forstland und Farmland Schutz vor Wertverlusten suchten, dann gibt es hier jedoch eine unangenehme Kehrseite der Medaille. Diese ist darin zu sehen, dass es sich um illiquide Anlageklassen handelt, die nicht leicht zu veräußern sind, weil die Zahl potentieller Käufer begrenzt ist. In Chaos-Phasen gestaltet sich der Verkauf solcher Assets extrem schwierig, sodass die Preise möglicherweise noch stärker sinken dürften als bei den bekannteren Anlageklassen, die zum Beispiel an und über Börsen organisiert sind.

Und in der Tat erscheint es recht einfach, in Kunst zu investieren. Denn Kunst ist noch immer die wohl einzige unregulierte Anlageklasse schlechthin. In den Schlagzeilen der Fachpresse ist immer wieder von neuen Höchstpreisen bei Kunstauktionen zu lesen. Die den Markt dominierenden Auktionshäuser sind immer wieder mit positiven Pressemitteilungen am Markt. Viele Medien übernehmen dies meist unkommentiert. So wird ein Priming-Effekt generiert und dem Leser zudem suggeriert, dass der boomende Markt nur eine Richtung kennt - nämlich nach oben. Dadurch entsteht das Bild, dass privilegierte Akteure am Kunstmarkt beinahe mühelos und risikolos riesige Gewinne erzielen.

"Doch ganz so einfach ist die Sache nun wirklich nicht", sagt Markus Ross, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters Ceros in Frankfurt, der dabei auf den TEFAF Art Market Report 2015 verweist. Dessen Grundlage sind Auktionsergebnisse sowie Umfragen bei
6000 repräsentativen Kunsthändlern und Galeristen. Der Report zeigt, dass im Jahr 2014 im gesamten Kunstbereich (Fine Arts and Decorative Arts) bei fast 39 Millionen Transaktionen weltweit mehr als 51 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 7,5 Prozent beim Umsatz und 6,3 Prozent bei den Transaktionen. Rund 1500 Verkäufe erzielten einen Preis von über einer Million Euro. Davon lagen 96 Transaktionen bei einem Wert von über zehn Millionen Euro.

Ein Blick auf Zahlenwerke zeigt die besonderen Strukturen des Kunstmarktes. Die 1500 Verkäufe machen 48 Prozent des Umsatzes, aber nur 0,5 Prozent der Transaktionen aus. Rund acht Prozent der Verkäufe über 50.000 Euro entsprechen 84 Prozent des Gesamtumsatzes. Kleine Veränderungen können also große Ausschläge bewirken. Wichtigster Kunstmarkt in Europa ist Großbritannien, wo der durchschnittliche Auktionspreis zuletzt 86.822 Euro betrug. Der repräsentativere Medianwert der Auktionspreise lag jedoch deutlich niedriger bei 4.749 Euro. Die starke Stellung Großbritanniens wird durch die globale Dominanz der beiden Auktionshäuser Sotheby's (gegründet in London, heute in New York ansässig) und Christie's (London) bestimmt. Während Christie's ein privates Unternehmen ist, wird die Aktie von Sotheby's an der New Yorker Wertpapierbörse (NYSE) gehandelt.

Was ist Qualität?

Fachleute betonen, dass Qualität das wichtigste Kriterium im Kunsthandel ist. Wie und woran erkennt der Käufer aber Qualität? Wer sich mit dieser Frage näher beschäftigt, dem fallen rasch Widersprüche auf. Denn Qualität bieten nach Meinung von Fachleuten angeblich arrivierte Künstler mit Namen, die auf der anderen Seite jedoch gleichzeitig nicht zu bekannt sein sollen. Schließlich soll der Käufer bei seinem Investment noch eine günstige Einstiegsmöglichkeit vorfinden. Künstler sollen - so ein weiteres Kriterium - jung und aufstrebend (also "emerging") sein und gleichzeitig bedeutende Ausstellungen in ihrer Vita vorweisen können. Zudem sollen Künstler erkennbar etwas Eigenes gestalten, das aber gleichzeitig eine gewisse Kontinuität in der Kunstgeschichte erkennen lässt. "Diese Kriterien stimmen für sich genommen wohl allesamt zu, sie sind jedoch so weit und allgemein gefasst, dass sie bestenfalls rückschauend von Nutzen sein können", sagt Markus Ross.

Glaubt man den Mitarbeitern der großen Auktionshäuser Christie's und Sotheby's, so ist Grundlage des Faktors Qualität aus deren Sicht vor allem die (erfolgreiche) Vermittelbarkeit von Kunstwerken in den führenden Auktionshäusern. Ein Blick in ältere Auktionskataloge zeigt indes, dass nur ein geringer Teil der Künstler dauerhaft gehandelt wird. Werke, die zum Beispiel im Jahr 1960 noch als Qualität betrachtet wurden, müssen heute nicht mehr zwangsläufig eine solche Bewertung erfahren.

Das Bewertungskriterium "Qualität" kann darüber hinaus auch durch Künstler-Ausstellungen in Museen bestimmt werden. Allerdings sind solche Ausstellungen oftmals dem recht unsteten und wechselhaften Diktat der Massen unterworfen. Denn auch für Museen gelten ökonomische Grundsätze. So werden die Besucherzahlen durch Sonderveranstaltungen wie Museumsnächte oder Blockbuster-Ausstellungen von als "Superbrands" geltenden Künstlern und Werken in die Höhe getrieben. Hohe "Einschaltquoten" - das ist aus dem TV-Bereich bekannt - bedeuten jedoch nicht zwangsläufig Qualität. "Vieles, was Qualität sein könnte, wird übersehen, und manches Hochgejubelte versinkt nach kurzer Euphorie für immer", sagt der Galerist Thomas Punzmann von thomas punzmann contemporary in Frankfurt.

Der Wiederverkauf einstmals erworbener Kunstwerke ist eine der größten Herausforderungen für die Marktakteure überhaupt. Für den verkaufswilligen Kunstbesitzer ist es also wichtig, so viele Informationen wie möglich über den Künstler und seine Werke zu erhalten und sich so selbst ein Bild zum Faktor "Qualität" zu verschaffen. Hier bieten Webseiten wie www.kunstzweitmarkt.de Hilfe.

Ergo: Auf Basis der verfügbaren - oftmals allerdings sehr subjektiven - Daten ist es in der Regel nur schwer möglich, das Kriterium "Qualität" wirklich zu bestimmen. Das gilt auch für den Erfolg eines Künstlers sowie die Dauer und Intensität seines Erfolges. Hinzu kommt: Da am Kunstmarkt unzählige Individuen unterwegs sind, ist die Festlegung des Begriffs Qualität nicht möglich. Jeder Kunst-Interessierte sollte selbst entscheiden, wie er den Begriff Qualität in der Kunst definiert. Das heißt konkret: Kunst-Interessierte sollten sich bilden und informieren - und zugleich auch kritisch mit Expertenmeinungen umgehen.

Kapitalanlagen auf dem Kunstmarkt

Neben Qualität spielt bei Kapitalanlagen in Kunst nicht zuletzt auch der Begriff "Sicherheit" eine große Rolle. Denn einige als durchaus talentiert zu bezeichnende "Künstler" haben sich ihr Dasein in der Vergangenheit nicht selten durch die "Kunst des Fälschens" gesichert. Dabei entstanden oftmals sogar recht gekonnte Fälschungen, die nur nach intensiver Prüfung durch Fachleute erkannt wurden.

Der sich weitgehend in einem grauen und unsicheren rechtlichen Umfeld abspielende Kunstmarkt muss sich allerdings nicht nur mit dem Thema Fälschungen auseinandersetzen. Er wird nämlich auch durch das Thema Geldwäsche und gezielte Preis-Manipulation bestimmt. Da Transaktionen sowohl beim Käufer als auch beim Verkäufer nicht immer "durch die Bücher" laufen und Geld auf diese Weise gewaschen werden kann, lassen sich die Preise gerade bei solchen "OTC-Transaktionen" leicht manipulieren.
Da der Erfolg von Kunst-Investments - wie dies bei anderen Kapitalanlagen auch der Fall ist - nicht zuletzt auch von den Kosten abhängt, rät Johannes Gerlinger von der AAA All About Art GmbH in Frankfurt dazu, an diesem Markt mit offenen Augen unterwegs zu sein. Zu berücksichtigen seien in diesem Kontext die Kosten für den Erwerb und Verkauf sowie die Unterhaltskosten (also Versicherungen, Transport, Lager, Baumaßnahmen). Auch am Kunstmarkt gilt die allgemeine Finanzmarkt-Regel: Kaufe niedrig und verkaufe teuer.

Bei Auktionen fallen Kaufgebühren, das sogenannte Aufgeld, von bis zu 20 Prozent an. Der Verkauf kostet bis zu 15 Prozent. Hinzu kommen Kosten für Transport, Versicherung und Katalog. Wer bei einem Auktionshaus kauft und verkauft, erzielt ergo nur dann einen Gewinn, wenn sein Verkaufspreis um 40 Prozent über dem Ankaufspreis liegt. Hinzu kommt das Risiko, dass das Werk - sollte es bei einer Auktion nicht versteigert werden - offiziell als "nicht verkauft" gestempelt gilt. Zahlen über Nichtverkäufe bei Auktionen liegen am Weltmarkt lediglich für die VR China vor. Diese stiegen im "Reich der Mitte" von 34 Prozent im Jahr 2004 auf 57 Prozent im Jahre 2014. In diesem Zeitraum vervierfachten sich allerdings die angebotenen Lose von 150.000 auf rund 600.000.

"Sowohl die Kunsthändler als auch die Galerien können bei Ankauf und Verkauf oftmals günstigere Konditionen anbieten", erklärt Ceros-Geschäftsführer Markus Ross. Es gilt, zwischen der größeren Marktzugriffsmöglichkeit großer Auktionshäuser und den indiviuellen Marktmöglichkeiten (manche Künstler werde eben nur auf regionaler und lokaler Ebene gehandelt) sowie den flexibleren Preisen und Bedingungen kleinerer Händler und Auktionshäuser abzuwägen. In Galerien kann man Stücke junger Künstler oft günstig erwerben. Beim Kauf arrivierter Künstler ist die Provinienz - die nachvollziehbare und bestätigte Herkunft des Künstlers also - eine nicht zu unterschätzende Tatsache, die einen möglichen Wiederverkauf erleichtert und höhere Erlöse ermöglicht.

Die aktuelle Marktlage: Am Kunstmarkt fragt man sich vor dem Hintergrund der globalen ökonomischen Verwerfungen also mit Erstaunen: "Krise - welche Krise"? Denn noch - und das hat sich zuletzt gezeigt - bunkern die Reichen in aller Welt ihr Geld in Sachwerten, allen voran in Kunst. Rekordumsätze und Rekordpreise sind verlässliche Indikatoren der aktuellen Jubelstimmung. Möglicherweise aber werden die Wirren an den globalen Finanzmärkten über kurz oder lang auch den Kunstmarkt erreichen und dort für eine Menge Nervosität sorgen. Denn beim Blick in die Zukunft sind zahlreiche Hürden zu erkennen. Pessimisten sprechen von der Gefahr einer Rezession oder gar Depression.

"Nicht zuletzt das Chaos an den Finanzmärkten der VR China dürfte sich negativ auswirken", befürchtet Ross. Grund: Die in den vergangenen Jahren in die Liga der Superreichen aufgestiegenen Chinesen könnten gerade am Markt für zeitgenössische Kunst versuchen, ihre Stücke zu verkaufen. In China war Kunst neben Immobilien in den vergangenen Jahren als ein Medium für "kluge Kapitalflucht" und als Mittel des Werterhalts gesehen worden. Gerade die unzähligen Millionäre und Milliardäre aus dem Reich der Mitte sind für die "Blase" am Kunstmarkt verantwortlich. Schätzungen von Finanz-Fachleuten zufolge betrug die durch finanziell gut betuchte Chinesen ausgelöste Kapitalflucht in Kunst mehr als 300 Milliarden Dollar.

Angeblich sollen chinesische Interessen auch im Hintergrund gestanden haben, als im Mai dieses Jahres Pablo Picassos Meisterwerk "Women of Algiers" auf einer Christie's-Auktion in New York für 179 Millionen Dollar versteigert wurde. Zum Vergleich: Das Werk war zuvor im Jahr 1997 für "nur" 32 Millionen Dollar verkauft worden. Im Rahmen einer privaten Kunst-Transaktion hat ein unbekannter Käufer darüber hinaus für fast 300 Millionen Dollar das im Jahr 1892 entstandene Kunstwerk "When will you marry" von Paul Gauguin erworben.

Und so fragen sich Experten, welche Motivation dahinter steckt, wenn Käufer solche Riesensummen für Kunstwerke aufbringen. "Es handelt sich dabei nicht selten um Menschen, die nicht in Hunderten von Millionen, sondern vielmehr in Milliarden-Dollar-Dimensionen denken", sagt ein Auktionator in London. Gerade in diesen beiden erwähnten Fällen zählt möglicherweise das Qualitätsargument ganz besonders: Beide Künstler sind unbestrittene Meister ihres Fachs, sie sind nicht mehr unter den Lebenden und ihre Namen haben mit den besten Klang am internationalen Kunstmarkt. Hinzu kommt: Die Anzahl der von ihnen geschaffenen Werke ist weitgehend bekannt.