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Licht und Schatten der großen Investmentsteuerreform

Investment Steuerrecht

Am 19. Juli 2016 war es so weit: Die große Investmentsteuerreform wurde verabschiedet. Die Ziele und Hintergründe dieser (erneuten) Reform sind durchaus nachvollziehbar. Zu nennen sind insbesondere die Vereinfachung des Steuerrechts, die Vermeidung europarechtlicher Risiken und die Reduzierung von Gestaltungsmöglichkeiten.

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Die Investmentsteuerreform - wirklich eine Vereinfachung?

Ob noch von einer Vereinfachung gesprochen werden kann, wenn sich die Zahl der Paragrafen nahezu verdreifacht, darf durchaus bezweifelt werden. Sicherlich kann für die Masse der Kleinanleger durch Pauschalierungen eine Vereinfachung erreicht werden. Für institutionelle Investoren wie zum Beispiel Banken, Versicherungen, Versorgungseinrichtungen, Industrieunternehmen oder Family Offices wird sich der
Komplexitätsgrad jedoch noch weiter erhöhen.

Ob die Steuerreform ihr Ziel erreicht, ist fraglich

Das Ansinnen, die Gestaltungsmöglichkeiten zu vermindern, entspricht dem steuerpolitischen Geist unserer Zeit. Allerdings darf auch insofern bezweifelt werden, ob die große Investmentsteuerreform diesem Ziel gerecht wird. Beispielsweise können künftig ausländische Private-Equity-Investoren bei entsprechender Strukturierung über Investmentfonds steuerfrei in deutsche Zielunternehmen investieren und zwar auch dann, wenn sie sich nicht auf ein Doppelbesteuerungsabkommen berufen können.

Anleger sollten sich gezielt auf die kommenden Veränderungen vorbereiten

Besonders schmerzlich trifft es Family Offices und die von diesen betreuten Privatanleger. Während derzeit noch zahlreiche Privatanleger über vermögensverwaltende Personengesellschaften in Spezial-Investmentfonds unter Nutzung der Abgeltungssteuer investieren, wird diese Möglichkeit künftig entfallen. Altinvestments blieben zwar innerhalb eines bestimmten Übergangszeitraums zulässig, werden aber vom Anwendungsbereich der Abgeltungssteuer ausgenommen. Vor diesem Hintergrund sollte die Sinnhaftigkeit bestehender Investments über Spezial-Investmentfonds kritisch hinterfragt werden.

Deutsche Anleger sollten derzeit vor allem das kommende Jahresende im Blick haben. Denn mit Ablauf dieses Jahres werden die neuen Regelungen erstmals anwendbar. Um einen klaren Schnitt zu erreichen, gelten alle Anteile an Investmentfonds mit Ablauf dieses Jahres als veräußert. Anleger sind gut beraten, wenn sie sich gezielt auf diesen Moment vorbereiten und die sich ihnen im Vorfeld bietenden Möglichkeiten aktiv nutzen.